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Gerätekonfigurator

Viel Handarbeit bei der GfG

03.04.2017

  • GfG-Abteilungsleiter Martin Kramer erklärt der Botschafterin des Mittelstandes, Sabine Poschmann, einige Arbeitsprozesse in der Fertigung. Foto: Evgenij Loginov

Jörg Hübner empfängt „Botschafterin des Mittelstandes“

In ihrer Funktion als Botschafterin des Handwerks und des Mittelstandes kommt Sabine Poschmann in den sitzungsfreien Wochen des Bundestages mit vielen Unternehmern ins Gespräch. Von daher weiß die SPD-Bundestagsabgeordnete auch genau, wo den Firmenchefs der Schuh drückt. „Die Unternehmer“, sagte sie bei einem Gespräch mit dem Geschäftsführer der Gesellschaft für Gerätebau, Jörg Hübner, in Dortmund „verfügen über hohe Eigenkapitalquoten, investieren aber insgesamt zu wenig.“ Das will ihre Partei ändern und auf Bundesebene Anreize schaffen, damit wieder mehr investiert wird. Wenn es in Deutschland konjunkturell einmal schlechter laufe, sei dies, so die Überzeugung der SPD, genau der richtige Ansatzpunkt.

Poschmann ist Ansprechpartnerin für Unternehmer. Ihre Ziele: Den Kontakt halten, den Austausch gewährleisten und für die Firmen etwas bewirken. Deshalb, erklärt die SPD-Frau, „bearbeiten wir seit eineinhalb Jahren in einem Kommunikationsprozess das Thema Innovationen im Mittelstand.“

Die Unternehmer in Deutschland, weiß Sabine Poschmann, handeln sehr abwartend. Das hänge einerseits damit zusammen, dass die Auslastung sehr gut sei. Und andererseits, dass es in Deutschland sehr viele Förder-Programme gebe, die undurchsichtig seien. GfG-Chef Jörg Hübner pflichtete seinem Gast bei: „Undurchsichtig ja. Aber auch unüberschaubar. Unsere Förderlandschaft ist eine einzige Katastrophe.“

Für fast jeden Bereich gibt es in Deutschland mittlerweile ein Förder-Programm. Das müsse deutlich entschlackt werden, forderten Poschmann und Hübner bei ihrem Treffen unisono. An den Landesprogrammen, sagte Hübner der Beauftragten der SPD-Bundestagsfraktion für den Mittelstand, nehme die GfG wegen der schlechteren Förderquote nicht teil. Für die GfG interessanter seien da schon die Bundes- und Europa-Programme. Hübner: „Wir sind ein Mittelstand im Sinne von unter 250 Mitarbeitern und in der Mikrosystem-Technik, im Umweltschutz und in der Arbeitssicherheit unterwegs. Damit passen wir in das Anforderungsprofil eines nahezu jeden Förder-Programmes und müssen sehr selektiv sein.“

Mit dem Fachkräftemangel und den immer größer werdenden Problemen der Unternehmen, geeignete Auszubildende zu bekommen, standen zwei weitere Diskussionsthemen auf der Agenda. „Das ist natürlich von Branche zu Branche unterschiedlich“, sagte Poschmann. Dem Einzelhandel empfahl sie, mehr für die Berufe zu werben, den Tarif zahlen und vielleicht auch einmal mit Sondervergütungen locken.

Die GfG, entgegnete Jörg Hübner, sei in der glücklichen Situation, stets gute Leute zu bekommen: „Nehmen wir das Beispiel Ausbildung. Wir bieten jährlich drei Ausbildungsplätze für Industriekaufleute an. Zwischen 300 und 350 Bewerbungen gehen bei uns ein. Es hat sich halt schnell herumgesprochen, dass wir Ausbildung noch als Ausbildung verstehen. Bei der GfG kochen die Azubis keinen Kaffee oder schleppen Bier heran. Von daher ist es bei uns auch keine Seltenheit, dass unsere jungen Leute am Ende ihrer dreijährigen Ausbildung zum Industriekaufmann die Abschluss-Prüfung bei der IHK mit sehr gut bestehen.“

Ähnlich sei es mit festangestellten Mitarbeitern. „Die GfG“, unterstrich Jörg Hübner, „bürgt für Qualität. Die ist nun einmal durch nichts zu ersetzen. Das wissen auch die Menschen, die zu uns wollen.“

Wirtschaftspolitikerin Sabine Poschmann ließ sich im Rahmen einer anschließenden Werksbesichtigung einige Arbeitsprozesse in der Fertigung und in der Entwicklung von den Abteilungsleitern Martin Kramer und Frank Böttger erklären. „In ihrer Fertigung geht es aber sehr leise zu. Und hier ist viel Handarbeit zu sehen. Das habe ich mir doch anders vorgestellt“, zeigte sich der prominente Gast erstaunt.

Martin Kramer antwortete schlagfertig: „Wir fertigen keine Massenprodukte, haben auch keine Fließbandarbeit. Deshalb bin ich ja auch schon 37 Jahre bei der GfG.“ Um dann wieder ernst zu werden. Die anderen, sagte der GfG-Fertigungsleiter, machen Masse. Wir, die GfG, dagegen Klasse. Bei uns gibt es auch keine Wegwerf-Produkte wie dies teilweise bei unseren Konkurrenten in China oder Kanada der Fall ist.“

Karte der GfG Standorte

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Klönnestrasse 99
44143 Dortmund